Wie nutze ich PEAK?
01
Situation
PEAK beginnt nicht mit einer Lösung, sondern mit der Situation, wie sie der andere Mensch tatsächlich erlebt. Zwei Menschen können vor derselben Entscheidung stehen und darin doch etwas völlig Unterschiedliches sehen: Dieselbe Veränderung kann Hoffnung wecken oder Widerstand auslösen. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Problem von außen sichtbar ist, sondern welches Problem der andere Mensch aus seiner eigenen Sicht gerade zu lösen versucht. Diese Ansicht zeigt, wie aus einer erkannten Situation über mehrere Zwischenschritte schließlich ein konkretes Modul des PEAK-Baukastens wird – nicht erneut, wie PEAK-Wirkung grundsätzlich entsteht. Wie sich aus einer Situation der nächste Schritt ableiten lässt, zeigt der folgende Abschnitt.
02
Nächster Schritt
PEAK zielt nicht auf das größtmögliche Ergebnis, sondern auf den nächsten Schritt, der für den anderen Menschen tatsächlich möglich ist. Menschen verändern sich selten in einem einzigen großen Sprung: Verständnis führt zu Orientierung, Orientierung schafft Vertrauen, und erst Vertrauen macht eine Entscheidung möglich. Was von außen wie Zögern wirkt, ist deshalb oft kein Widerstand, sondern das Fehlen einer Voraussetzung, die eine Kommunikation bereits stillschweigend erwartet. Der nächste sinnvolle Schritt legt noch keine Lösung und keine Botschaft fest, er bestimmt nur, welche Entwicklung durch die Kommunikation überhaupt unterstützt werden soll. Zwischen der erkannten Situation und diesem Schritt bleibt jedoch eine Lücke offen, um die es im nächsten Abschnitt geht.
03
Wirkbedarf
Der Wirkbedarf beschreibt die Lücke zwischen der Situation und dem nächsten sinnvollen Schritt: Er sagt nicht, was gesagt werden soll, sondern was beim anderen Menschen noch entstehen muss, damit dieser Schritt möglich wird. Dasselbe äußere Problem kann ganz unterschiedliche Wirkbedarfe erzeugen – der einen Person fehlt Orientierung, der anderen Vertrauen, einer dritten schlicht das Gefühl, ernst genommen zu werden. Deshalb bleiben viele gut gemeinte Kommunikationsmaßnahmen wirkungslos: Sie erklären, obwohl Vertrauen fehlt, oder liefern Argumente, obwohl noch gar keine Bedeutung entstanden ist. Oft lässt sich ein Wirkbedarf nicht durch eine einzelne Maßnahme erfüllen, sondern erst durch das Zusammenspiel mehrerer Wirkungen, die PEAK in Wirkungsbereiche, Cluster und Module ordnet. Welches Modul für einen bestimmten Wirkbedarf infrage kommt, zeigt der letzte Abschnitt dieser Ansicht.
04
Modulwahl
Module sind die konkreteste Arbeitsebene des PEAK-Baukastens: Jedes Modul beschreibt einen klar abgegrenzten Wirkmechanismus, der in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden kann – keine Formulierung, kein fertiger Satz. Auch innerhalb eines Clusters gibt es mehrere Wege, dieselbe kommunikative Aufgabe zu lösen; deshalb braucht ein Wirkbedarf am Ende ein konkretes Modul, nicht nur eine grobe Kategorie. Ob ein Modul in einer bestimmten Situation tatsächlich relevant wird, entscheidet nicht das Modul selbst, sondern die Aufgabe, die es innerhalb der jeweiligen Wirkarchitektur übernimmt. Damit schließt sich der Weg dieser Ansicht: Aus der Situation entstand der nächste Schritt, aus der Lücke dazwischen der Wirkbedarf, und aus dem Wirkbedarf – über Wirkungsbereich und Cluster – das passende Modul.